Frisch aus der Netflix- Schmiede erschien im ersten Quartal 2021 ein altes, damals markerschütterndes Werk nun als Serienadaption wieder zurück auf den Bildschirmen. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, wie schon in dem 1981 erschienenden Erstlingswerk unterbetitelt erfrischt und schockt zugleich.

Wer allerdings einen realitätsnahen Milieubeitrag erwartet, den muss ich ohne zu spoilern enttäuschen. Dazu sind die Charaktere einfach zu sympatisch und ästhetisch in Szene gesetzt. Wenn ich nach einer durchzechten Nacht morgens oder eher früh nachmittags aus dem Bett wanke, würde ich eher ins Bild passen, als die stets schnell wieder frisch aussehenden Akteure der Serie. Auch ein Gastauftritt des legendären David Bowie durch einen ähnlich aussehenden Schauspieler ist natürlich nicht das gleiche, wie im Original der 80er.

Dennoch hat mir die Serie sehr gut gefallen, da ich eben nicht mit der eben beschriebenen Erwartenshaltung in das Glotzen gestartet bin, sondern gut bebilderte und von klasse Musik untermalte Unterhaltung erwartet habe. Serien- Adaptionen kenne ich bereits zu Hauf und war auch oft enttäuscht (erst zuletzt von der Neuverfilmung von King´s „The Stand“), nicht jedoch von dieser Neuauflage. Angepasst an die heutigen Serieninteressenten hat die ganze Filimcrew durchweg einen sehr guten Job gemacht. Die (zugegeben, nicht mehr ganz Teenager-liken) Darstellerinnen und Darsteller haben mich sehr gut unterhalten und die Botschaft, die vermittelt werden sollte, kam in diesem Fall etwas spielerischer bei mir als Zuseher an.

Wenn ich bestimmte Kommentare oder Stimmen lese oder höre, dass hier das Milieu und die Szene etwa verherrlicht werden, kann ich nur mit dem Kopf schütteln und diese Intention ganz sicher nicht teilen.

Zu guter Letzt, wie weiter oben schon kurz erwähnt, ist die alte Berlin- Kulisse spitze gelungen und die musikalische Untermalung, auch ein wenig aufgepeppt, einfach mal ganz einfach jede Minute wert.